Wirtschaft - Written by red on Mittwoch, Februar 3, 2010 0:00 - 0 Kommentare

Wirtschaftskammer plant „Aktion Scharf“ gegen Neugründer!

Wien – Eine „Aktion Scharf” gegen Neugründer wird von der Österreichischen Wirtschaftskammer für Anfang März vorbereitet. Die globale Wirtschaftskrise treibe offensichtlich immer mehr Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, in die Selbstständigkeit. Es könne nicht angehen, dass Verzweifelte „aus der Arbeitsosigkeit flüchten und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen”, erklärte Wirtschaftskammerpräsident Christof Leitl (ÖVP) gestern am Rande einer Veranstaltung zum Thema „Wie wir unsere Mitglieder vor unangenehmer Konkurrenz und die Konsumenten vor dem freien Markt schützen”.

„Wir hatten einen Fall, da hat ein junger Mann seine Dienste als Fotograf im Internet angeboten”, erklärt Leitl die gefährliche Entwicklung. „Stellen Sie sich vor, ein Konsument nimmt das Angebot nichts ahnend an und bekommt für 200 Euro schöne Porträtfotos, obwohl die betreffende Person dafür gar keine Gewerbeberechtigung hat!” Der Konsument sei dem Pfuscher hilflos ausgeliefert. Da liefere das Argument, der Kunde könne die Abnahme und Bezahlung der Fotos ja verweigern, wenn sie ihm nicht gefielen, eine lediglich trügerische Sicherheit. „Was machen Sie, wenn das Blitzlicht sie kurz blendet, oder noch schlimmer auf den Abzügen den sogenannten Rote-Augen-Effekt verursacht”, stellt sich Leitl hinter die Konsumenten.

Der Verlust des Jobs sei keine Spielwiese für Selbstverwicklichungsphantasien und schon gar kein Grund, eigenmächtig etwas gegen die Arbeitslosigkeit zu unternehmen. Schließlich gebe es für solche Situationen das Arbeitslosengeld. Der zu verteilende Kuchen für Gewerbetreibende werde ja durch die Krise nicht größer. Warum sollten also alt eingesessene Unternehmen diesen plötzlich mit weiteren Konkurrenten teilen müssen?

„8.000 Spezialagenten der Wirtschaftskammern werden daher im gesamten Bundesgebiet drei Wochen lang under cover als Kunden getarnt ermitteln, um Gewerberechtsverbrecher dingfest zu machen”, erläutert Leitl die „Aktion Scharf”. „Wir werden uns auch selbst zu privaten Partys einladen und sehr genau darauf achten, ob der Gastgeber kocht.” In den meisten Fällen geschehe dies nämlich ohne entsprechende Meisterprüfung, ja oft liege nicht einmal eine Lehrabschlussprüfung vor”, erklärt der Wirtschaftskmmerpräsident.

„Schwachsinnige Einwände, sein Schicksal in die Hand zu nehmen und einfach etwas zu unternehmen,  habe auch etwas mit Gewerbefreiheit oder gar mit Freiheit an sich zu tun und der Konsument werde letztlich entscheiden, wessen Angebot er annimmt, disqualifizieren sich von selbst”, schäumt Leitl. „Den freien Markt definieren immer noch wir!” Daran werde auch die Europäische Union nichts ändern, zeigt sich der Wirtschaftskammerpräsident kämpferisch.

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Erstmals veröffentlicht am 2009-02-23 21:30:13.

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