Sport, WM 2010 - Written by Michael Schiebel on Sonntag, Mai 30, 2010 18:00 - 0 Kommentare

WM 2010: Paraguay – Stolze Häuptlingssöhne mit Außenseiterchancen?

Täglich zur Fußballweltmeisterschaft: die Mannschaften, ihre Stars und ihre Chancen exklusiv auf salamiNEWS:

Paraguay ist dafür bekannt, dass man nicht viel über dieses Land weiß. Im Wesentlichen ist Paraguay jener ausgedehnte Dschungel, den weder Argentinien noch Brasilien wollten. Und zu Uruguay wollten die ansässigen indigenen Stämme nicht. Für den Fußballsport müssen immer wieder aufwendige Rodungen vorgenommen werden, die nach wenigen Monaten aber wieder völlig zugewachsen sind. All diese Umstände machen Paraguay zum traditionell schwächsten südamerikanischen Land im Fußball.

Spielanlage:

Paraguay spielt mit Spielern, die die freiwerdenden Plätze in den argentinischen und brasilianischen Ligen besetzen, die durch das Abwandern echter Fußballer nach Europa frei werden. Insofern zelebrieren sie als einziger Endrundenteilnehmer echte südamerikanische Fußballkultur: Lauffaulheit, totales Chaos und Ineffizienz – aber beim Gaberln schön anzusehen. Da die Individualisten allesamt den Torerfolg suchen, läuft man mit einem 0-0-10 System mitunter in gefährliche Konter der Gegner.

Stars:

Da in Paraguay nur Söhne von Stammeshäuptlingen in die Nationalmannschaft berufen werden können, besteht das Team ausschließlich aus Stars. Dadurch gönnt aber keiner der tapferen Spieler einem anderen Häuptlingssohn den Torerfolg, da ein solcher ihn in der eigenen Ehre verletzen würde. Paraguay spielt also mit jeweils elf Stars, deren Namen man jedoch nicht kennt und sich wohl auch nicht merken wird.

Chancen in der Gruppe

Die italienischen Minimalisten, die neuseeländische Rugby-Equipe und die slowakischen „Eben-Nicht-Tschechen“ sollten es selbst für die stolzen, aber fußball-taktisch übersichtlich bemittelten Stammesfürsten ermöglichen, in Gruppe F der WM-Endrunde eine nicht allzu peinliche Rolle zu spielen. Ein Aufstieg in die nächste Runde wäre aber – wie bei allen anderen – ebenso unverdient, wie die Teilnahme an der Weltmeisterschaft selbst.

Daumendrückfaktor für echte Österreicher:

Der Österreicher mag eher den nordamerikanischen Indianer, wie er ihn aus dem Western kennt. Der spielt aber nicht mit. Daher: 2 von 5!

salamiNEWS-Experte Heinz Prüller:

Die Großmutter von Reinhold Messner hat mir in den 80er Jahren bei einem Kaffee-Kränzchen anvertraut, dass sie immer schon mal Urlaub in Bolivien machen wollte. Damit ist Paraguay (kaum 10.000 Kilometer entfernt, Anm. d. Red.) eine Art heimlicher Vertreter Österreichs bei der WM in Südafrika (obwohl Messner Italiener ist? Anm. d. Red.)

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