Politik - Written by Michael Schiebel on Montag, Mai 10, 2010 21:00 - 12 Kommentare
Nach der Politik – Petzner eröffnet Lokal: Durchgängig warme Küche!
Klagenfurt – Nach dem seit Monaten verklausuliert angekündigten Rücktritt Stefan Petzners (FPBZÖ) aus der Politik gibt der verhinderte Lebensmensch nun Einblicke in seine Pläne für die Zukunft. Auch das aktuelle Dasein als Protagonist eines Romans habe ihn schnell gelangweilt und die in erster Instanz verlorene Klage gegen einen Wiener Verlag mache ihn nun „für seine Verhältnisse fast wütend“, erklärt Petzner gegenüber Medienvertretern. Daher werde er sich nun seiner eigentlichen Berufung zuwenden: dem Griesbrei kochen!
„Schon als Elfjähriger habe ich mir immer gewünscht, Wickie zu sein“, erklärt Petzner, „ die vielen starken Männer, Angst haben zu dürfen, und das coole Outfit mit dem Röckchen!“ Allerdings sei ihm Wickie immer schon etwas zu bleich gewesen. Nachdem nun seine klugen Ratschläge vom Kärntner BZÖ allesamt in den sprichwörtlichen Wind geschlagen worden seien, und ihm mittlerweile vom vielen Nase reiben dieselbe schon weh tue, wende er sich nun anderen Ufern zu. „Gemeinsam mit dem Schrecklichen Sven eröffne ich noch diesen Monat ein Lokal in der Klagenfurter Innenstadt“, bestätigt Petzner Gerüchte, die seit einigen Monaten kursieren.
„Ich habe ein Rezept entwickelt, dass ich Griesbrei nennen will“, sagt Petzner. Gastronomie-Experten hätten ihm geraten, um diese einzigartige Idee herum ein Luxus-Restaurant aufzubauen. Mit einem Kredit der Hypo Alpe-Adria habe er daher in bester Innenstadt-Lage in Klagenfurt ein Lokal gemietet. „Laut Business-Plan haben wir in drei Monaten vier Millionen Griesbreis verkauft“, zeigt Petzner sich optimistisch. Man sei auch bemüht, ein hübsches Ambiente zu schaffen und er wolle mit gutem Beispiel voran gehen. Alle Angestellten bekämen Freikarten für tägliche Besuche eines Bräunungsstudios seines Vertrauens und auch an einem einheitlichen Sexy-Outfit werde bereits gearbeitet. „Das Auge isst schließlich mit“, so ein sichtlich aufgeräumter Stefan Petzner gegenüber salamiNEWS.
Originally posted 2010-03-01 22:50:02.
12 Kommentare
MadamMim
muss ich mich leider anschließen, ” warme ” Küche geht gar nicht, Herr Schiebel. In der Tat billig und reißerisch.
Pumpkinpie
In diesem Artikel geht es um Petzner und nicht um Homosexuelle allgemein. Um ehrlich zu sein, bin langsam wirklich davon genervt, dass es, sobald man irgendetwas sagt, dass auch nur im Entferntesten einen Homosexuellen beleidigen könnte, heißt man sei schwulenfeindlich. (Dasselbe für Schwarze usw. , sofort fühlt sich irgendwer beleidigt.)
Außerdem sehe ich nicht ganz ein, wieso man sich (in einer Satire-Zeitschrift, bitte!) nicht über jemandes schwule Seite lustig machen darf. Demnächst zensieren wir diese Seite noch, das würds doch wirklich bringen. Viel zu aufmüpfig, find ich eh schon lange…
MadamMim
@Pumpkinpie wenn es um den ” Politiker” Petzner geht, wieso macht man sich dann über seine sexuelle Orientierung lustig ? also nur mal so ganz blöd nachgefragt. und von entfernt beleidigen, kann hier wohl keine Rede sein. Bin für Klischee-Witzchen zu haben, allerdings nicht wenn Inkompetenz, Dummheit etc mit Homosexualität in Verbindung gebracht wird. Das eine hat mit dem anderen eher wenig zu tun, satire hin oder her,
MadamMim
PS: Es sei denn, der Autor hat sich auch über schwulenklischees lustig gemacht, vielleicht habe ich da ja etwas nicht mitbekommen
MadamMim
Dann wäre das ja praktisch ein Petzner-Fan-Artikel
Harry
Was soll die falsche Loyalität gegenüber Klischees? Ich bin schockiert!
Zuerst auf eine Seite zu gehen, bei der bereicht im Header groß “ACHTUNG SATIRE” zu lesen ist, und dann zu schreien, dass satirische Inhalte zu satirisch wären, ist ja wirklich erzkonservativ und nicht – wie es von euch, Marco Schreuder und MadamMim, angeprangert wird – liberal.
Wir schreiben das Jahr 2010, versuchen, Tabus anzusprechen und aufzuarbeiten. Dürfte man also über verrufene Klischees keine Witze mehr machen, würde das den Aufarbeitungsprozess bremsen.
Würde mir wünschen, dass wenigstens auf dieser Seite den Autoren die Freiheit gelassen wird, sich künstlerisch-journalistisch zu entfalten. Diesmal ist es Petzner, zuvor Assinger und das nächste Mal Jürgen Melzer oder Andi Ivanschiz.
LG Harry
MadamMim
Lieber Herr Harry,
Wer schreit denn hier ? Seit wann sind wir per Du ? Und wer hat behauptet ich sei liberal ? Und wie können Menschen, die nichts gegen Schwule haben ( also nicht wirksames hö hö) erzkonservativ sein ?
Nochmals zum Langsam-Mitlesen ich habe nichts gegen Satire, es kommt mir nur aufs * Niveau an.
Was an diesem Artikel bricht mit Tabus oder arbeitet auf ?
Es ist eine Sache sich über die Existenz von Schwulen-Klischees lustig zu machen, eine andere sich ihrer zu bedienen.
* und für die Insider / gemeint ist nicht mal unbedingt die Moral, sondern der journalistische Anspruch keine leichten Lacher ernten zu wollen, sonst kann ich ja gleich die Krone lesen oder FPÖ-Witze machen, gell
Und in Zukunft bitte mehr Manieren Herr Harry, sonst gibts Popoklatschi
Mit freundlichen Grüßen,
MadamMim
Petzner satirisch zu “behandeln” ist ja völlig okay. Aber es mit Schwulenklischees zu machen, unter der alle Schwule leiden (“keine richtigen Männer”, “warm” etc.) geht weit darüber hinaus. Über die Schwulenklischees satirisch zu schreiben ist übrigens eine gute Idee. In diesem Artikel passiert das aber nicht. Eigentlich leider das Gegenteil.
Harry
Lieber Marco Schreuder,
SEHR GEEHRTE MadamMim (wahrhaftig eine Madam muss sie sein),
Satire darf wohl Themen satirisch behandeln, die einerseits Menschen zum lachen bringen, andererseits Menschen erzürnen. Das wir immer so sein. Was die einen als vertretbar humorvoll betrachten, erscheint den anderen als reißerisch und billig.
Tatsächlich konnte ich nach mehrfachem Studieren des besagten Artikels keine (aus meiner Sicht) nicht vertretbaren Elemente, Wortgefüge oder Aussagen entdecken. Nichts, das die gesamte homosexuelle Welt belasten oder verhöhnen würde, nichts, das nicht einzig und allein auf Petzner ausgelegt werden kann.
Und würde der ironische Beigeschmack nicht bleiben, ginge ein wichtiges Element der Satire verloren, was auf einer satirischen Seite wie Salami News wohl nicht Sinn und Zweck sein kann.
Verstehe aber trotzdem eure (Ihre – im Fall von MadamMim) Einwände und muss bei der Wahrnehmung sogar schmunzeln, wie schlecht teilweise Meinungen, die der eigenen nicht entsprechen, aufgenommen werden.
In diesem Sinne liebe Grüße
(für MadamMim natürlcih Hochachtungsvoll,)
Harry
MadamMim
Herr Harry hat meinen Kommentar wohl nicht aufmerksam gelesen..oder nicht erfasst worum es mir geht. satirisch ja, deshalb niveaulos ? nein und ich finde, man kann durchaus über Grenzen diskutieren, oder nicht ? weil Herr Harry anderer Meinung ist ? na dann lassen wir es besser.
plus
“Tatsächlich konnte ich nach mehrfachem Studieren des besagten Artikels keine (aus meiner Sicht) nicht vertretbaren Elemente, Wortgefüge oder Aussagen entdecken”
-> Sehr richtig, aus Ihrer Sicht
“wie schlecht teilweise Meinungen, die der eigenen nicht entsprechen, aufgenommen werden.”
-> *schmunzel* wer im Glashaus sitzt…
“das nicht einzig und allein auf Petzner ausgelegt werden kann.”
-> na klar, wenn NUR Petzner ” warm ” ist, dann ist es natürlich in Ordnung
MeinSenf
Liebe Alle,
(auch einer dieser verqueren, eingedeutschten Anglizismen, aber halt praktisch). Also ich habe die “durchgehend warme Kueche” als witziges, intelligentes Wortspiel empfunden.
Eine Satire ueber Petzner kann nicht anders, als sich auf sein Schwulsein zu konzentrieren, da es politisch rein gar nichts anzubieten hat (inklusive Angriffsflaeche). Petzner definiert sich oeffentlich nur durch sein lebensmensch-Verhaeltnis und sein Schwulsein. Da kann man durchwegs einhaken…
Wenn jetzt nur noch Satiren ueber weisse, grosse Maenner zischen 35 und 55 gemacht werden duerfen, dann wird dies ein oede Welt….
Mein Senf
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Ich bin ein großer Anhänger von Satire. Allerdings ist dieser Text gehörig daneben gegangen. Mit Schwulenklischees/-ausdrücke wie “warme Küche” oder “Röckchen unter starken Männern” begebt ihr euch leider auf Stammtischniveau und zeigt, dass auch bei aufgeschlossenen Menschen Homophobie nach wie vor vorhanden ist. Sehr billig das!