Wirtschaft - Written by Niko Formanek on Donnerstag, Januar 28, 2010 0:00 - 1 Kommentar
IV-Präsident Veit Sorger: Wer immer ohne Gehalt arbeitet behält auch seinen Job!
Wien – Mit einem neuen Vorschlag zur Lohn- und Gehaltspolitik sorgt der Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, für Aufsehen. Mitarbeiter sollen in Boomjahren mehr und in Krisenzeiten wenig bis gar nicht arbeiten – immer für das gleiche Gehalt. Obwohl dieser Grundsatz ein wenig dem Motto „Leistung soll sich auch bezahlt machen“ widerspricht und auch jahrzehntelang in den ehemaligen kommunistischen Ostblock-Ländern relativ erfolglos durchgezogen wurde, ist Sorger überzeugt einen genialen Wurf gemacht zu haben. Es versteht sich von selbst, dass der gleiche Vorschlag weder für Management noch für Eigentümer bzw. Shareholder gilt.
MeinEURO.at: Herr Präsident, wie soll denn das real funktionieren? Welches Gehalt bekommen die Leute dann? Das von einem „Boomjahr“ oder das von einem „Krisenjahr“?
Sorger: Das ist ganz einfach. Es wird in Österreich ein Gesamtkollektivvertrag festgelegt, der dann für alle Arbeitnehmer die nächsten 10 Jahre gilt. Unabhängig von der wirtschaftlichen Lage. Dieses Gehalt bekommen dann alle ausbezahlt, egal ob sie im Unternehmen viel arbeiten oder nichts zu tun haben.
MeinEURO.at: Sie meinen so wie das jetzt in der Politik oder im Beamtenbereich üblich ist?
Sorger: Ja genau, nur natürlich viel geringere Mittel und keine automatischen Erhöhungen. Ich glaube das Gesamtgehalt sollte so ca. ein Prozent über der Notstandshilfe angesiedelt sein. Bei diesen Beträgen können Unternehmer dann wieder langfristig planen und gut abcashen.
MeinEURO.at: Moment, sollten die Manager, Eigentümer und Shareholder von Unternehmen dann nicht auch nur eine fixe Summe als Entlohnung oder an Gewinn bekommen, egal wie erfolgreich das Unternehmen ist?
Sorger: Wie bitte, da kann ich Ihnen jetzt nicht folgen?
MeinEURO.at: Na wenn die ArbeitnehmerInnen in guten Jahren verzichten sollen, sollten das die Unternehmensverantwortlichen nicht auch tun’?
Sorger: Also es tut mir Leid, ich kann ihren Gedanken da nicht folgen. Oder besser gesagt, mein beschränktes Hirn weigert sich diesen Gedanken überhaupt zu denken.
MeinEURO.at: Ich lasse nicht locker. Sollten nicht Management und Eigentümer mit gutem Beispiel voran gehen und zumindest zu den gleichen Rahmenbedingungen arbeiten wie ihre ArbeitnehmerInnen?
Sorger: So was Blödes habe ich noch nie gehört. Leistung muss sich lohnen. Egal ob es dem Unternehmen schlecht geht oder nicht. Die Begriffe „Management“ bzw. „Eigentümer und Shareholder“ definieren sich durch „Abcashen“ und „über den Tisch ziehen“. Manager und Eigentümer müssen sich darauf verlassen können, dass sie immer ordinär viel Geld einsacken können, egal ob Krise oder nicht. Schauen sie sich an, was die Manager der Banken, der Autozulieferer und diverser andere Branchen in der Krise verdienen. So weit kommen wir noch, dass die Rahmenbedingungen die wir für ArbeitnehmerInnen fordern auch noch auf uns selbst angewendet werden. Nicht mit mir, mein ignoranter Freund.
MeinEURO.at: Und sie finden diesen Zugang nicht ein wenig egoistisch und unfair?
Sorger: Nein, warum?
MeinEURO.at: Danke für das Gespräch.
Erstmals veröffentlicht am 2009-01-06 22:12:11.
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morowinger
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prinzipiell gute idee, nur viel zu übertrieben