Kühne Kanzlerrede: Yes we want!

2. Juli 2012 | Von | Kategorie: Politik

Wien – In seiner mit Spannung erwarteten Perspektivenrede überraschte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) selbst eingefleischte Kritiker. Kein Eis war zu dünn und kein Eisen zu heiß, als dass der Kanzler es nicht gewagt hätte, sich darauf zu begeben bzw. es anzugreifen. Entschlossen legte Faymann ein Programm vor, das Milch und Honig fließen lassende Gestade aussehen ließ wie eine öde Frühstückscerealien-Werbung von Kellogs. Zusammegefasst: Alles wird besser. Und das Beste daran: Der Kanzler hat einen Plan!

So versprach Faymann in der Hochschulpolitik den freien Zugang zu den Universitäten. Gleichzeitig werde er aber dafür sorgen, dass die Hörerzahlen sinken und die Qualität von Forschung und Lehre wieder steigen. Aber auch sozialpolitisch ließ der Kanzler aufhorchen. Er werde in den nächsten drei Jahren die Armen abschaffen. Ende 2012 werde es in Österreich nur mehr wohlhabende Menschen und ein paar Reiche geben. Aber nicht nur das sozialpolitische, auch das echte Klima werde er in Österreich verbessern: Viel Schnee für den Fremdenverkehr im Winter bei gleichzeitig überwiegend sonnigem Kaiserwetter, genug Regen für die Landwirtschaft – aber eher in der Nacht – und bei Tag schon ab dem Frühling sommerliches Badewetter.

„U-Bahnen und andere öffentliche Verkehrsmittel werden rund um die Uhr pünktlich zur Verfügung stehen, Flugreisen extrem verbilligt, der Kerosinausstoß aber massiv verringert.“ Außerdem werde er den ORF auf einen Demand-Sender umstellen, der für jeden alles zu jedem Zeitpunkt haben wird – „in höchster Qualität“, wie Faymann betonte. Er werde darüber hinaus nicht zulassen, dass auch nur ein einziger ORF-Mitarbeiter seinen Job verliere. „Die lästigen Gebühren und die Werbung hingegen werden abgeschafft.“ Wenn man Visionen habe, müsse das auch irgendwie gehen, plädierte der Kanzler für einen starken ORF.

Aufhorchen ließ der Kanzler auch mit seinem Vorschlag, die fünf Wochen Urlaub pro Jahr zu verdoppeln. Auch sollten Mütter und Väter bis zum zehnten Lebensjahr bei vollen Bezügen bei ihren Kindern bleiben können, wenn sie das wünschten. „Idealer Weise auch beide“, betonter Faymann. Außerdem werde er Österreich weit ein Automobil-Upgrading durchziehen – von Audi auf Opel usw. Darüber hinaus wird es monatlich einen Wohntausender für alle geben. Schöne Kleidung soll durch staatliche Zuschüsse wieder leistbar werden und für Lebensmittel und Getränke werden Gratis-Gutscheine ausgeteilt – „auch für Bier und Wein“, wie der Kanzler verschmitzt hinzufügte.

Aber auch der Auftritt des zuletzt angeschlagen wirkenden Konsenspolitikers überzeugte. Immer wieder streute der Bundeskanzler ein kämpferisches „YES WE WANT“ in seine Rede ein und versuchte dabei möglichst Obama-mäßig dreinzuschauen. Nach dem ersten Drittel seiner Rede, krempelte er sich die Ärmel seines blütenweißen Hemds nach oben, was nur kurz am Widerstand der Ärmel seines Sakkos zu scheitern drohte. Auch verzichtete der Kanzler auf jedweden Untergriff gegen den Koalitionspartner. Vielmehr gelang es ihm, eine parteiübergreifende Stimmung der Veränderung und einen unerschütterlichen Glauben an die Zukunft zu erzeugen. Jubel brach schließlich aus, als der Bundeskanzler gegen Ende seiner Rede der Weltwirtschaft – nachdrücklich und mit ernster Miene – jede weitere Krise untersagte.

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Originally posted 2009-12-01 21:33:50.

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3 Kommentare auf "Kühne Kanzlerrede: Yes we want!"

  1. Tweets that mention Kühne Kanzlerrede: Yes we want! | salamiNEWS - Achtung Satire! -- Topsy.com sagt:

    [...] This post was mentioned on Twitter by Ski Bum, salamiNEWS. salamiNEWS said: Kühne Kanzlerrede: Yes we want! http://bit.ly/697qLq [...]

  2. Jimmy sagt:

    Ich bin jetzt auch der volle Fan von ihm, da machts doch endlich spaß nicht nur Kinder zu machen, sondern auch zu bekommen…….
    Hat er eigentlich auch erwähnt wie er das machen will?

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  3. workforcetrust sagt:

    Seine letzte Chance die drohende marxistische Revolution abzuwenden sind markige Sprüche? Aber die Diktatur des Proletariats wird siegen! Nieder mit den Rosaroten Panthern! Es lebe die Revolution der Roten Ratten! Mehr Arbeiterbildungsvereine statt Rosa-Lila-Villen! Yes, we can!

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